004 - Fränkische Sprichwörter

In dieser Folge möchte ich ein paar fränkische Sprichwörter vortragen und ins Hochdeutsche übersetzen. Dazu muß ich jedoch immer zwei ?oebersetzungen liefern, damit man den Sinn als auch den exakten Wortlaut besser versteht.

  • »Däa schaudh wej a Achala, wenns blidsdh.«
    sinngemäß: Er sieht aber sehr überrascht aus.
    wörtlich: Er schaut wie ein Eichhörnchen, wenn es blitzt.
  • »Däa mou an Brella hoom!«
    Mir scheint sein Geisteszustand nicht völlig auf der Höhe zu sein!
    wörtlich: Der muß doch einen »Preller« haben!
  • »Glaj fälld da Wadschnbamm um!«
    Solltest du im augenblicklichen Verhaltensmuster verharren, so scheint mir, ist eine umfangreiche Züchtigung angemessen!
    wörtlich: Gleich fällt der Ohrfeigenbaum um!
  • »Wou di Haasn Hoosn un di Hosn Huusn haasn.«
    bekannter Sinnspruch: dient in der Regel zu einer regionalen Eingrenzung.
    wörtlich: Wo die Hasen Hasen und die Hosen Hosen heißen.

Schließlich muß ich noch auf ein Wort eingehen, welches es weder in anderen Dialekt gibt noch irgendwie ins Hochdeutsche übersetzbar ist. Es ist das Wort »faj«, welches eine attributive Ergäzung zur Verstärkung einer Aussage ist.

Nachtrag aufgrund der Kommentare

Auf den Seiten von BR-Online kann man erfahren:

»Die Wissenschaftler fanden heraus, dass “fei” sogar schon seit dem 12. Jahrhundert in der Hochsprache gebräuchlich war.

Dafür hat es sich in fränkischen, schwäbischen sowie altbayerischen Dialekten bis heute erhalten.«

So, jetzt ist es also klargestellt ;-) Wer noch mehr Hintergrund dazu haben möchte, der kann sich ja den kompletten Artikel mal in Ruhe zu Gemüte führen.

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7 Kommentare zu “004 - Fränkische Sprichwörter”

  1. Moritz schrieb am 19. Juni 2006 um 14:42

    Hallo du

    Ich muss hier gleich mal was klarstellen.
    Das Wörtchen Faj das du erwähnt hast haben wir hier faj auch.
    Ich komme aus Böblingen im schönen Schwabenland, und zumindest im Kindergarten haben wir das immer gesagt.
    Z.b.”Hey des iss fai mein Bagger” oder sowas.
    Wobei ich es sonst wirklich noch nie gehört hab. Vielleicht hatten wir aber auch nen Franken im Kindi und von dem haben wir das. Du weist ja kleine Kinder nehmen immer gern neue Worte auf.

    Naja bis dann Moritz

  2. Das kommt bestimmt von einem zugereisten Franken. Wir sind schon von Kindesalter an bemüht unsere Kultur auch in andere Länder zu tragen - da macht das Schwabenländle keine Ausnahme ;-)

  3. Mooooment! Ich bin auch Schwabe und auch bei uns war das Wort “fei” als Füllwort geläufig! Also “des goht fei net” würde heißen “das geht nun wirklich nicht”!

    Isses also nicht vielmehr so, dass ein Schwabe nach Franken eingereist ist und Ihr das einfach übernommen habt?

  4. Ok, ok - bevor Ihr mich hier ganz zerfetzt, habe ich mal einen Nachtrag reingesetzt :-)

  5. Siehste! Hättest das gleich mal ordentlich nach den anerkannten journalistischen Grundsätzen im Sinne Deines journalistisch-redaktionell gestalteten Mediendienstes recherchiert ;-)

  6. Haschi schrieb am 9. April 2008 um 20:40

    ehhyi ich komm aus Laafisch in Aschaffenburg in unnerfrange un bei uns is des sau geläufisch un des is e wort des klingt einfach nur lusdisch wenn en besoffene beim fussbal guggn in de kneipe einfach nur feeeeeeiiiiiiiii römschreit un ich find des wort cool genauso wie de ganze laafischer dialekt en rätsel kennt einer des wort sellemolls

  7. Des woar gans schö’ interessand. Überhaubt des Word faj.

    Normalerweise versuche ich hochdeutsch zu sprechen (hier in der Frankfurter Gegend), aber ab und zu wenn Familie aus Unnerfrangen anruft, fall ich wieder “ä weng” zurück.
    Meine Kinder (denen ich fränkisch manchmal übersetzen muss) lachen sich dabei kaputt.

    Ich bin auch schon 30 Jahre weg aus Franken…

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