Nachgefrage beim Straßenverkehrsamt Fürth (nochmal aktualisiert)
Irgendwie bin ich den ganzen Tag schon verwundert, daß weder in Fürth noch in Nürnberg auf den Straßen, die ich heute benutze, geräumt war. Da dacht ich mir, vielleicht ist ja die Räumpflicht der Bürger inzwischen auch aufgehoben und habe eben mal eine E-Mail an das Straßenverkehrsamt Fürth und deren Amtsleitung Herrn Gleißner mit folgendem Inhalt geschickt.
Hallo Herr Gleißner, hallo Straßenverkehrsamt,
da ich kein besser passenderes Amt im Rathauswegweiser fand, möchte ich mich mit meinem Anliegen an Sie wenden.
Sicherlich ist auch Ihnen wie mir Radio und/oder Fernsehen zugänglich. Seit Tagen kann ich dort entnehmen, daß es diese Woche zu den ersten Schneefällen - auch in Mittelfranken - kommen würde. Umso mehr war ich heute Morgen verwundert, daß ich auf meiner Fahrt ins Büro zwischen 6:55 und 7:50 nach Nürnberg kein einziges Räumfahrzeug auf den Straßen begegnen durfte. Nicht einmal auf den großen Straßen, wie der Würzburger Straße beispielsweise.
Dementsprechend war ich auch nur wenig verwundert, daß meine Fahrt die dreifache Zeit in Anspruch nahm, was jedoch noch Glück war, da andere Kollegen, die später ins Büro kamen durchaus mit noch größeren Verspätungen eintrafen. Nebenbei bemerkt: in einigen Teilen Oberfrankens waren die Straßen glaubwürdigen Erzählungen von Kollegen zufolge, durchaus frei geräumt.
Auf dem Nachhauseweg, der um 19:30 abgeschlossen war, durfte ich mit sich in grenzen haltender Begeisterung feststellen, daß die weiße (wenngleich nicht mehr so strahlende) Pracht noch immer die Fahrbahnen schmückt.
Nun stellt sich für mich als Bürger der Stadt Fürth die Frage, ob ich nun, dem Vorbild der Stadtreinigung folgend, ebenso auf die Reinigung der meinem Anwesen angrenzenden Gehwege verzichten kann, da auch mir dies ein Dorn im Auge ist; schließlich ist es kalt draußen und man holt sich nur nasse Füße, was zu einem erhöhen Krankheitsrisiko führen könnte.
Sollte dem erwartungskonform nicht so sein, dann interessierte mich jedoch, warum dann die Stadt Fürth hier eine Ausnahme darstellen sollte.
Mit freundlichen (leicht verwunderten) Grüßen,
Karl-Heinz
Bin schon gespannt, wie die Antwort wohl ausfallen wird.
Aktualisierung - 25.01.2007
Na, da ist die Antwort ja schon. Ich war natürlich nicht richtig mit dem Straßenverkehrsamt - das Tiefbauamt ist zuständig und hat prompt geantwortet (den vollen Namen habe ich rausgenommen und durch Karl-Heinz ersetzt):
Hallo Herr Karl-Heinz,
auch wir sind verwundert, dass Sie unsere Winterdienstleistungen angeblich nicht bemerkt haben. Wir haben am 23.01.07 um 22.00 mit dem Winterdiensteinsatz begonnen (vorher hat es nicht geschneit) und ohne Pause in zwei Schichten bis 24.00 am 24.01.07 durchgearbeitet. Heute haben wir um 03.00 begonnen und führen derzeit noch Arbeiten aus.
Wenn man bedenkt, dass unsere Mitarbeiter aufgrund der Ausnahmesituation weit über 10 Stunden hinter dem Steuer verbracht haben, ohne dass nach Ihrer Aussage dies etwas bewirkt hat, dann muss man sich schon fragen, wofür wir diese Leistung erbringen.
Wir kennen Ihre Informanten nicht, aber in der Presse wurde eindrucksvoll dargestellt, wie die Situation wirklich war. Wenn selbst auf Autobahnen, trotz dem höchst möglichem Standart der im Winterdienst erreichbar ist, der Verkehr zusammengebrochen ist, dann müssen die Verhältnisse schon entsprechend sein!
Die Stadt Fürth hat im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit alles getan was möglich war und das Ergebnis war mit Sicherheit nicht schlechter als bei unseren Nachbarstädten, die mit den gleichen Verhältnissen zurecht kommen mussten. Es ist ein Irrglaube wenn man meint, dass es möglich ist, unter allen Bedingungen die Hauptverkehrswege schnee- und eisfrei halten zu können.
Mit freundlichen Grüßen
F. Kitowski
Irgendwie habe ich das Gefühl, daß er nicht ganz auf meine Themen eingegangen ist. Schließlich habe ich nicht in Zweifel gestellt, daß da jemand gearbeitet hat, sondern, daß es eben nicht auf den relevanten großen Straßen passierte. Drum mußte ich nochmal nachfragen.
Hallo Herr Kitowski,
vielen Dank für die schnelle Antwort, die ich so interpretiere, daß ich leider weiter Schnee räumen muß.
Der in der Tat erhebliche Arbeitseinsatz scheint offensichtlich an den von mir befahrenen Straßen nicht ohne weiteres erkenntlich gewesen zu sein. Sicherlich muß man hier auch Prioritäten setzen, welche Straßen am wichtigsten sind und diese zu erst räumen. Offensichtlich sind die Würzburger Str., Kapellenstr., Poppenreuther Str. oder auch Breslauer Str. nicht dabei. Schade für mich. Von “angeblich nicht bemerkt” kann jedoch nicht die Rede sein, denn ich weiß ja was ich sehe - und das waren Berge von Schnee. Ich kann nicht in ganz Fürth herumfahren, um die Straßen zu finden, die geräumt wurden.
Ich habe nicht behauptet, daß Ihre Arbeit nichts gebracht hat. Ich schrieb, daß ich keinem Räumfahrzeug begegnet bin, was weiter interpretiert bedeutet, daß ich es am Zustand der Straße nicht erkennen konnte. Den direkten Vergleich dazu, wie die Straße ohne Ihre Dienstleitung ausgesehen hätte, habe ich natürlich nicht. Somit kann ich nicht beurteilen, wofür Sie diese Leistung erbringen. Heute Morgen beispielsweise sah es ja schon erheblich besser aus. Aber ich habe eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber dem Winterdienst einer Stadt, und die habe ich eben nicht als gegeben erkennen können.
Was die Presse anbelangt, dann ist das die eine Seite. Die Presse zeigt ja nun mal nicht die Straßen die leicht zu räumen waren, das wäre ja keine Nachricht. Die Presse zeigt die Stellen die problematisch sind; ist doch klar. Die andere Seite ist die Glaubwürdigkeit meiner “Informanten”, wie sie es so schön bezeichnen. So ist hier ein Vergleich mit der Presse wohl eher fehl angebracht. Hier geht es um Erfahrungsberichte verschiedener Bürger, die aus unterschiedlichen Städten berichteten. Alle hatten Probleme - vor allem auf den Autobahnen; aber ich denke, hier ist nicht das Tiefbauamt zuständig, oder? In den Städten jedoch - so das allgemeine Empfinden - waren die Hauptverkehrswege nicht geräumt, somit konnte niemand von einigermaßen freien Straßen berichten.
Aber ich verstehe natürlich, daß man der nachkommenden Menge an Schnee nicht so leicht Herr werden kann, denn schließlich ist die Anzahl der Mitarbeiter und Fahrzeuge eben limitiert. Wenn dann die Bilanz nicht aufgeht und mehr runter kommt, als wegzuschaffen ist, bleibt eben eine Straße weiß. Soviel zu meinem “Irrglauben”.
Dann bleibt für alle Städte zu hoffen, daß die Schneemengen die Kapazität für Räumarbeiten der Tiefbauämter nicht wieder übersteigt. Schließlich ist es Volkswirtschaftlicher Unfug an der Leistungsfähigkeit jeglicher am fließenden Verkehr beteiligter Stellen zu sparen, wenn die Menge der ausfallenden Arbeitskraft dies übersteigt. Da davon auszugehen ist, daß mehr Leute die Straßen benutzen, als diese zu räumen ist (unabhängig der Personalkosten) diese Rechnung bereits ein Minusgeschäft für die Wirtschaft. Vielleicht sollte dies mal näher beleuchtet werden, damit die Politik die vielen anderen klein karierten Tarnschilder ablegen kann. Wird Arbeit verhindert, so wird eben Geld verbrannt.
Mit freundlichem Gruß,
Karl-Heinz
Ich weiß jetzt auch nicht genau - aber irgendwie rechne ich nicht mehr mit einer Antwort - unbefriedigend, oder?
Aktualisierung - 26.01.2007
Doch, da ist sie schon …
Guten Morgen Herr Karl-Heinz,
mir ist es schon ein Anliegen Ihnen zu sagen, dass wir die von Ihnen genannten Straßen bereits drei mal geräumt und gestreut hatten, als Sie diese befahren haben. Ich wundere mich auch nicht, dass Ihnen dies nicht aufgefallen ist. Aber die Situation war eben so, dass die durchgeführten Maßnahmen bereits nach kurzer Zeit nicht mehr erkennbar waren. Was mich ärgert ist die Selbstverständlichkeit mit der dann einfach behauptet wird, dass der Winterdienst nicht ausreichend war. Ich möchte Ihnen nahe bringen, dass der Winterdienst einfach Grenzen hat und dass Schnee auf den Straßen nicht grundsätzlich auf ein Versagen anderer zurückzuführen ist.
Mit freundlichen Grüßen
F. Kitowski
Ich werde den Eindruck nicht ganz los, daß er mich irgendwie nicht verstehen will. Mein Geld nimmt der Staat und die Stadt doch auch mit Selbstverständlichkeit, warum darf ich dann nicht mal nachfragen, was in einem Teilaspekt damit passiert?
Guten Morgen Herr Kitowski,
für mich ist es ganz einfach. Wenn sich vor meinem Gehweg jemand ein Bein bricht, weil er auf Schnee ausgerutscht ist, den ich nicht hinreichend entfernt habe, dann kann ich Ärger bekommen. Die Stadt (noch schlimmer ist hier die Bahn, die nur Schilder aufstellt “eingeschränkter Winterdienst”) räumt zwar die Straßen, aber wenn es nicht reicht, dann haben die Bürger damit zu leben.
Es liegt ja auch nicht an Ihnen und Ihren Mitarbeitern. Ich habe keinerlei Zweifel, daß alle zu Verfügung stehenden Angestellten des Bauhofes hier ihre volle Energie in ihre Arbeit fließen lassen! Es liegt wohl eher daran, daß nicht genügend Personal und Mittel für eine solche Situation bereitgestellt werden. Da können Sie als Abteilungsleiter des Bauhofes die Situation schwerlich beeinflussen.
Bereits gestern waren die Straßen ja schon angenehm frei - es hat ja auch nicht mehr viel Geschneit. Hieran sieht man eigentlich am besten mit welcher Menge an Schnee die Stadt Fürth (und auch viele andere Städte) zurecht kommt. Fällt mal ein bißchen mehr, ist es eben nicht mehr zu schaffen.Mit freundlichem Gruß,
Karl-Heinz
Ich glaube, so langsam verliert sich der Sinn der Diskussion.



Och, mach dir nix draus. Ich hab gestern 3 Stunden zur Arbeit gebraucht und heute nur noch 2 Stunden! Toll
Und mit räumen ham diese hier auch nicht so, ich bin hier her auf komplett schneebedeckter Fahrbahn geschlichen, okay es war kein Schnee, es war festgefahrener und inzwischen gefrorener Schnee! Da kommt Freude auf!
Nicht schlecht - eine Kollegin hat gestern auch drei statt eine Stunde gebraucht. Das sind die absoluten Höchstzahlen, die ich kenne.
hi KH,
als “senior” und aus meinen erfahrungen mit “diesen”:
entweder handelt es sich um beamte oder angestellte des öffentlichen dienstes.
denen ist das wurscht. gehalt kommt… so oder so..
eine antwort auf eine anfrage dient zwei dingen..
1. jeden angriff abwehren
2. nur keine eigene angriffsfläche bieten
3. strom ausschalten und weiterschnarchen..
thats life…
grusss, luigi, der sich schon lange abgewöhnt hat, sich über irgendwas zu wundern?!? LoL
Hallo Kalle,
tja diesen “Jahrhundertschnee” (hat bestimmt schon jemand dedacht, heute ist ja immer alles Jahrhundert….) zwar nicht mit bekommen, aber die Leute in D sind einfach zu bescheuert zum fahren.
Wenn Schnee fällt, dann ist es meist glatt, das sollte sich rumgesprochen haben. Wer ohne Winterreifen unterwegs ist sollte sowieso aufgehängt werden. Die LKW-Fahrer die Experimente machen sowieso.
Wieso tun immer alle so überrascht, wenn der Schnee nach 2 Tagen Ankündigung aufeinmal fällt?
Abstand halten, Hirn einschalten (auch wenn man es sonst wenig benutzt) und mal vorrausschauend fahren.
Meistens scheitert es an Punkt 2.
Ich würde das mal gar nich auf D beschränken. Bei ersten Schnee sind alle ein bißchen überfordert auf der Straße.
Warum immer die ganze Welt beim ersten Schnee so überrascht sind, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben - über Sommerreifen will ich da erst gar nicht reden.
Naja, Hirn einschalten auf der Straße ist nicht. Dazu hat man sein Auto ja schließlich tiefer gelegt, Bumsverglasung rein, Stoßdämpfer durch Distanzhülsen ersetzt, damit er bockelhart liegt und nur selten Bodenkontakt hat (wozu auch) und schließlich noch breite Schlappen drauf, denn damit
fährtslidet es sich im Winter ja besonders gut um die Kurven. “Scheiß auf die Ingeneure, die das Auto gebastelt haben - ich tune das erst mal richtig zu einer krassen Kiste!”Abstand braucht man eh nur, damit man nach dem rechts Vorbeiziehen besser wieder auf die linke Spur kommt.
ARGHHH!